Ein Schläger, der aussieht wie ein zu groß geratenes Tischtennis-Brett. Ein Plastikball mit Löchern. Ein Feld, so groß wie beim Badminton. Und vier Leute, die nach zehn Minuten schon so tun, als hätten sie nie was anderes gespielt: Willkommen beim Pickleball. In den USA ist der Sport längst Massenphänomen, und auch bei uns im Ruhrgebiet fliegen immer öfter die Lochbälle durch die Turnhallen.
In diesem Beitrag erfährst du, was Pickleball eigentlich ist, wie es sich von Tennis, Padel und Co. unterscheidet, welche Ausrüstung du brauchst und wo du rund um Bochum spielen kannst. Und weil wir als Sportphysios schon die ersten „Pickleball-Ellenbogen“ auf der Behandlungsliege hatten, zeigen wir dir auch, wie du lange schmerzfrei dabeibleibst.
Pickleball wurde 1965 auf Bainbridge Island bei Seattle erfunden. Drei Väter suchten nach einer Beschäftigung für ihre gelangweilten Familien, hatten aber keine passende Badminton-Ausrüstung zur Hand. Also nahmen sie Holzbretter, einen Lochball und senkten das Netz ab. Woher der Name kommt, ist bis heute nicht ganz geklärt: Die eine Version sagt, er stammt vom Familienhund „Pickles“. Die andere verweist auf das „Pickle Boat“ aus dem Rudersport, ein Boot, das aus übrig gebliebenen Ruderern zusammengewürfelt wird. So wie Pickleball eben aus anderen Sportarten zusammengewürfelt ist.
Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Pickleball verbindet Elemente aus Tennis, Badminton und Tischtennis. Gespielt wird im Einzel oder, deutlich häufiger, im Doppel. Die wichtigsten Regeln für den Start:
Klingt simpel? Ist es auch, zumindest am Anfang. Genau das ist das Erfolgsgeheimnis.
Weltweit spielen laut Deutschem Pickleball Bund (DPB) rund 36 Millionen Menschen Pickleball. In Deutschland gibt es inzwischen über 150 aktive Vereine und mehr als 200 ausgebildete Trainer:innen. Was 2017 mit einer kleinen Gruppe Begeisterter begann, ist heute eine der am schnellsten wachsenden Rückschlagsportarten Europas.
Die Gründe liegen auf der Hand: Du lernst die Basics in einer Stunde, brauchst wenig Platz und wenig Geld, und das Spiel ist gesellig. Ob 16 oder 76, auf dem Pickleball Court können alle gegeneinander antreten.
Und das Beste: Pickleball hat echte Ruhrpott-Wurzeln. Der Deutsche Pickleball Verband hat seinen Sitz in Gelsenkirchen-Buer, wo auch die ersten Deutschen Meisterschaften ausgetragen wurden.
Ein Pickleball Court misst 6,10 × 13,41 Meter und ist damit genauso groß wie ein Badminton-Doppelfeld. Das ist praktisch, denn viele Sporthallen haben die passenden Linien schon auf dem Boden.
Das Netz hängt mit 91,4 cm an den Seiten und 86,4 cm in der Mitte etwas niedriger als beim Tennis.
Die Kitchen (offiziell: Non-Volley-Zone) ist der Bereich, der jeweils 2,13 Meter vor dem Netz liegt. Hier darfst du den Ball nicht direkt aus der Luft spielen. Wenn er vorher aufspringt, ist alles erlaubt. Diese Regel sorgt dafür, dass niemand einfach am Netz steht und jeden Ball wegschmettert. Stattdessen entstehen lange, taktische Ballwechsel mit kurzen, weichen Bällen, den sogenannten „Dinks“.
Platz zum Improvisieren: Auf einem Tennisplatz finden bis zu vier Pickleball-Felder Platz. Mit Klebeband für die Linien und einem mobilen Netz kannst du auch auf dem Schulhof, im Garten oder auf dem Parkplatz spielen.
Die gute Nachricht: Die Einstiegshürde ist niedrig. Das hier gehört in deine Sporttasche.
Das Paddle
Pickleball-Schläger heißen Paddles. Sie haben keine Bespannung, sondern eine glatte Schlagfläche. Für den Einstieg reicht ein Paddle aus Holz oder einfachem Composite. Wer regelmäßig spielt, greift später zu Modellen mit Graphit- oder Carbon-Oberfläche, die mehr Kontrolle und Spin ermöglichen. Einsteiger-Paddles bekommst du laut DPB bereits für 30 bis 50 Euro.
Achte beim Kauf nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf Gewicht und Griffstärke. Ein zu schweres Paddle oder ein zu dünner Griff zwingt deinen Unterarm zu mehr Haltearbeit. Genau das ist einer der häufigsten Gründe für den „Pickleball-Ellenbogen“. Lieber vor dem Kauf ein paar Modelle in die Hand nehmen.
Die Bälle
Pickleball-Bälle sind aus Plastik und durchlöchert, aber nicht alle gleich:
Schuhe & Kleidung
Bei der Kleidung gilt: Hauptsache bequem. Bei den Schuhen solltest du dagegen nicht sparen. Laufschuhe sind für Pickleball ungeeignet, denn sie sind für die Bewegung nach vorne gebaut, nicht für schnelle Seitwärtsschritte. In der Halle brauchst du Hallenschuhe mit rutschfester Sohle, draußen Court-Schuhe mit gutem seitlichem Halt. Deine Sprunggelenke werden es dir danken.
Lohnen sich Starter-Sets?
Zum Reinschnuppern sind Sets mit zwei bis vier Paddles und ein paar Bällen völlig okay, gerade wenn du mit Freund:innen oder der Familie spielen willst. Wenn du merkst, dass dich das Pickleball-Fieber gepackt hat, lohnt sich ein eigenes, passendes Paddle.
Du willst direkt loslegen? Bochum holt in Sachen Pickleball noch auf, aber drumherum bewegt sich einiges. Hier eine Auswahl an Anlaufstellen in der Region:
Witten-Herbede (direkt an der Bochumer Stadtgrenze): Die TG Herbede bietet Pickleball in der Hardensteinhalle an, montags von 17 bis 18:30 Uhr. Schläger und Bälle stellt der Verein, du brauchst nur Sportkleidung.
Gelsenkirchen-Buer: Der Pickleball Club Buer ist einer der Pioniere in Deutschland. Neue Spieler:innen bekommen hier Material und eine kostenlose Einführung. Zusätzliche Spielmöglichkeiten gibt es in der Sporthalle der Gesamtschule Bismarck.
Oberhausen: In der Sporthalle der Gesamtschule Osterfeld wird ebenfalls Pickleball gespielt.
Dortmund: Hier hat die Stadt gemeinsam mit dem StadtSportBund 2026 eine Pickleball-Fortbildung für Lehrkräfte angeboten. Pickleball kommt also auch im Schulsport an.
Selbst suchen: Eine aktuelle Vereinsliste findest du beim Deutschen Pickleball Verband. Spielorte mit Courts zeigt auch die Plattform Pickleheads.
Ihr spielt in Bochum Pickleball? Dann schreibt uns! Wir ergänzen eure Gruppe gerne hier im Beitrag, damit die Bochumer Pickleball-Community wachsen kann.
Pickleball gilt als gelenkschonend und einsteigerfreundlich, und das stimmt auch. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Zahlen aus den USA, wo der Sport schon länger boomt: Dort stieg die Zahl der Notaufnahme-Besuche wegen Pickleball-Verletzungen von rund 1.300 im Jahr 2014 auf über 24.000 im Jahr 2023. Rund 73 Prozent der Verletzten waren zwischen 60 und 79 Jahre alt. Die Behandlungskosten für 2023 schätzte die Schweizer Großbank UBS auf rund 377 Millionen US-Dollar.
Das soll dir den Spaß nicht verderben. Es zeigt aber, wo die typischen Baustellen liegen:
Das Muster dahinter: Viele Spieler:innen sind über 40 und starten nach Jahren mit wenig Sport direkt in schnelle Seitwärtsbewegungen. Die Kondition ist oft da, aber Sehnen und Gelenke sind auf die neue Belastung nicht vorbereitet.
Ein bisschen Muskelkater nach der ersten Session ist normal. Hellhörig solltest du werden, wenn:
Bei x-thletik in Bochum begleiten wir Sportler:innen aller Disziplinen, auch alle, die regelmäßig Pickleball spielen. Mit gezieltem Training stärken wir die Strukturen, die beim Pickleball besonders gefordert sind. Und wenn schon etwas zwickt, bringen wir dich mit Sportphysiotherapie zurück auf den Court.
Ist Pickleball schwer zu lernen?
Nein. Die Grundregeln verstehst du in wenigen Minuten, und nach der ersten Stunde kannst du meist schon richtige Ballwechsel spielen. Taktik und Feinheiten wie der Dink brauchen natürlich länger.
Was ist der Unterschied zwischen Pickleball und Padel?
Padel wird in einem Court mit Glaswänden gespielt, die ins Spiel einbezogen werden, und mit Lochschlägern und Filzbällen. Pickleball kommt ohne Wände aus, das Feld ist kleiner, und gespielt wird mit glatten Paddles und Plastikbällen.
Wie groß ist ein Pickleball Court?
6,10 × 13,41 Meter, also so groß wie ein Badminton-Doppelfeld. Das Netz ist an den Seiten 91,4 cm und in der Mitte 86,4 cm hoch.
Was kostet eine Pickleball Ausrüstung?
Ein Einsteiger-Paddle bekommst du ab etwa 30 bis 50 Euro, Bälle kosten nur wenige Euro. Dazu kommen passende Hallen- oder Court-Schuhe.
Kann man Pickleball auf einem Badmintonfeld spielen?
Ja. Die Feldmaße sind praktisch identisch, du musst nur das Netz tiefer hängen und die Kitchen markieren.
Ist Pickleball gut für ältere Menschen?
Pickleball ist ein toller Sport für jedes Alter: Die Wege sind kurz, und das Tempo ist moderat. Gerade wer länger keinen Sport gemacht hat, sollte aber langsam einsteigen und sich gut aufwärmen, um Sehnen und Gelenke nicht zu überlasten.
Wo kann ich in Bochum Pickleball spielen?
Direkt in Bochum gibt es bisher kaum feste Angebote. In der Nähe kannst du zum Beispiel bei der TG Herbede in Witten oder beim Pickleball Club Buer in Gelsenkirchen spielen. Eine aktuelle Vereinsliste findest du beim Deutschen Pickleball Verband.
Welche Verletzungen sind beim Pickleball typisch?
Am häufigsten sind Reizungen am Ellenbogen („Pickleball-Ellenbogen“), Schulterprobleme, Beschwerden an der Achillessehne, Umknicken im Sprunggelenk und Verletzungen durch Stürze.
Ab in die Kitchen!
Pickleball ist schnell gelernt, macht süchtig und bringt Menschen jeden Alters zusammen. Kein Wunder, dass die Trendsportart auch im Ruhrgebiet immer mehr Fans findet. Also: Paddle schnappen, Kumpels einpacken und losdinken.
Und wenn du langfristig Spaß am Spiel haben willst, unterstützen wir dich gerne dabei. Ob Training für mehr Stabilität oder Sportphysio, wenn’s schon zwickt: Bei x-thletik in Bochum bist du richtig.