Eiskunstlauf sieht leicht und elegant aus, doch hinter den Pirouetten und Sprüngen steckt eine enorme körperliche Belastung. Gerade deswegen spielt Sportphysiotherapie im Eiskunstlauf so eine zentrale Rolle. Wir zeigen euch, wie Physiotherapie in Prävention und Behandlung helfen kann.
Beim Eiskunstlauf kommt es zu den verschiedensten Verletzungen, wobei zwischen chronischen und akuten unterschieden werden musste.
Weitere Beschwerden sind Achillessehnenbeschwerden, vorderer Knieschmerz (Jumper’s Knee), Morbus Osgood-Schlatter bei jungen Läufer:innen (bis zu 14% Häufig lt. GOTS), sowie die zunehmenden Wirbelsäulenprobleme. Eine besondere Verletzung wird durch den Eiskunstlaufschuh begünstigt: Zwar schützt er das Sprunggelenk, gleichzeitig werden aber Druckstellen und Schleimbeutelentzündungen begünstigt.
Dennoch konnte die Forschung eine wichtige Erkenntnis im Eiskunstlauf gewinnen: Sportartbedingte Überlastungsschäden treten signifikant häufiger auf als akute Verletzungen. Es erfolgen schließlich nicht einzelne Maximalbelastungen, sondern viel eher eine muskuläre Ermüdung.
Sogar für Hobbyläufer:innen bedeutet das: Augen auf, denn auch ohne Dreifachsprünge kann durch monotones Training Überlastungsschaden entstehen.
Mit der Sportphysiotherapie finden Sportler:innen einen ganzheitlichen Ansatz, der auch über die Behandlung akuter Beschwerden hinausgeht.
Dabei teilt sich der Bereich in drei Säulen auf:
Wir stellen die einzelnen Bereichen im Folgenden nochmal im Detail vor.
Sportphysiotherapie kann aktiv dabei unterstützen, dass es gar nicht erst zu Belastungen und Verletzungen kommt. Mit Hilfe einer Analyse von Bewegungsmustern auf und abseits des Eises, sowie einem Screening auf muskuläre Dysbalancen, funktionellem Training zur Stabilisierung von Sprunggelenk und Knie oder Fußkräftigung für den eingeschränkten Bewegungsraum im Eiskunstlaufschuh können verschiedene Parameter angegangen werden.
Besonders wichtig ist eine abwechslungsreiche Trainingsgestaltung in Kombination mit aktiven Erholungsmaßnahmen, damit die trainingsintensive Sportart ausgeglichen wird.
Kommt es dann doch einmal zu einer Verletzung kann Sportphysiotherapie den Weg von der ersten Behandlung bis zur Rückkehr aufs Eis begleiten. Angefangen von der Akutphase über die Mobilisation bis zu sportartspezifischem Aufbautraining kann eine Sportphysiotherapie alle Bereiche abdecken.
Erste Symptome treten bei Eiskunstläufer:innen häufig bereits in der Vorsaison auf und können häufig über die gesamte Saison bestehen bleiben. Ein frühes Eingreifen ist hier entscheidend.
Nicht nur Spitzenathlet:innen profitieren von Sportphysiotherapie. Von Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase (die besonders anfällig für Apophysenverletzungen wie Morbus Osgood-Schlatter) über ambitionierte Hobbyläufer:innen, die mehrmals pro Woche trainieren bis zu Paarlauf und Eistanz mit der zusätzlichen Belastung durch Hebefiguren ist die Bandbreite groß.
Sportphysiotherapie sollte dabei zu jedem Training dazu gehören wie die richtige Schlittschuh-Passform.
Eiskunstlauf belastet den Körper extrem – vom Fuß bis zur Wirbelsäule. Überlastungsschäden sind dabei sogar noch häufiger vertreten als akute Verletzungen. Sportphysiotherapie hilft präventiv, diesen Verletzungen entgegenzuwirken.
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